Keine Kategorien mehr im Permalink

vom 24. August 2008, abgelegt unter In eigener Sache, von Tilman Anuschek

Ich habe heute die Permalinkstruktur für mein Blog von „/%category%/%postname%“ auf „/%year%/%monthnum%/%postname%“ umgestellt. – Wieso?

Wieso Permalinks ohne Kategorien?

Ich folge damit einer Empfehlung von Vladimir Simovic (aka perun) aus seinem Buch „WordPress – Das Praxisbuch“ (mitp-Verlag, Heidelberg 2007), die mich überzeugt hat.

Auf Seite 90 des Buchs weist Vladimir Simovic meines Erachtens zutreffend auf das Problem hin, dass die Aufnahme der Kategorie im Permalink nur so lange problemlos ist, wie sich die Kategorien und ihre Namen nicht ändern. Nun sind Kategorien sicher etwas halbwegs Dauerhaftes, was man nicht täglich ändert. Aber eigentlich ist es ja der große Vorteil des Webpublishing mit WordPress, dass man die veröffentlichten Inhalte auch später – auf Grund besserer Einsichten – noch umgruppieren kann. Wenn zum Beispiel mit der Zeit erkennbar wird, dass einige Artikel aus der Kategorie „Allgemeines“ doch eigentlich ein eigenes in sich geschlossenes Themenfeld bilden, dann schafft man einfach eine neue Kategorie und weist diesen Artikeln diese neue Kategorie zu und löscht die Kategorie „Allgemeines“ in diesen Artikeln.

Soweit so gut. Was passiert jetzt aber, wenn man die Kategorie mit in den Permalink aufgenommen hat? – Genau, jetzt haben die Artikel, die man gerade in eine neue Kategorie geschoben hat, einen neuen Permalink. Damit landen alle Besucher (und Suchmaschinen), die sich den alten Permalink gemerkt hatten, nunmehr auf der 404-Fehlerseite!

Ich denke, das Problem, das dahinter steht, ist Folgendes: Nimmt man die Kategorie in den Permalink auf, hat die Kategorie eines Artikel plötzlich eine zweite Funktion (Bedeutung) bekommen. Die Kategorie dient jetzt nicht mehr nur der thematischen Kennzeichnung des Artikels, sondern sie ist auch ein Teil des Pfades geworden, über den man den Artikel wiederfindet. Das ist eine Funktionsüberladung, die notwendig zu Problemen führen muss, soweit sich die Anforderungen aus den verschiedenen Funktionen widersprechen. – Wer programmiert, kennt dieses Phänomen bei der Verwendung von Konstanten oder Variablen. Es ist im Zweifel nie richtig, Konstanten oder Variablen, die man in dem einen Zusammenhang definiert und erstellt hat, ungeprüft in einem anderen Zusammenhang zu verwenden, nur weil die (aktuellen) Werte gerade passend erscheinen.

Was sagen andere Buchautoren zu diesem Thema?

Vergleichbare Tipps habe ich weder bei Tom Alby in seinem Buch „Professionell bloggen mit WordPress“ (Hanser, München 2008, ISBN: 978-3-446-41354-2) noch bei Gabriele Frankemölle in ihrem Buch „Eigene Weblogs mit WordPress“ (DATA BECKER, Düsseldorf 2008, ISBN 978-3-8158-2928-8), gefunden. Beide behandeln zwar das Thema der Umgestaltung der URLs mit dem Ziel der besseren Lesbarkeit für Besucher und Suchmaschinen. Beide bilden jedoch in ihren Beispielen kommentarlos Permalinks auf Basis der Kategorien. Das gibt erst mal ein dickes Plus für Vladimir Simovic.

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